Energiegenossenschaften

Die Mitglieder von Energiegenossenschaften profitieren von günstigen Strom- und Wärmepreisen und sind zugleich Miteigentümer der Energieproduktionsanlagen.

26 E-Werk-Genossenschaften mit 12.054 Einzelmitgliedern, 23.132 Endabnehmern und Wasserkraftwerken mit einer gesamten Nennleistung von 48,7 Megawatt (MW) produzierten im Jahr 2020 insgesamt 249,8 Gigawattstunden (1GWh = 1 Mio. kWh) Strom.

Die Energiegenossenschaften sind vor allem in ländlichen Regionen durch den Zusammenschluss von mehreren Interessenten entstanden, um eine dezentrale Stromversorgung in ländlichen Siedlungen und Regionen zu ermöglichen und sicherzustellen. Sie nutzen die Kraft des Wassers durch die Umwandlung von mechanischer Energie in elektrische Energie. Fließendes Wasser treibt eine Turbine an, deren Drehbewegung an einen Generator weitergegeben wird, der die mechanische Energie in elektrische Energie bzw. klimafreundlichen Strom umwandelt.

Fernheizwerkgenossenschaften

22 Fernheizwerk-Genossenschaften mit 6.743 Einzelmitgliedern, 10.955 Endabnehmern und Fernheizwerken mit einer gesamten Nennleistung von 116,6 MW produzierten im Jahr 2020 insgesamt 284,8 GWh an thermischer Energie.

Einige Fernheizwerke produzieren auch Strom mittels ORC-, Holzvergaser- oder Photovoltaikanlagen. Die installierte elektrische Leistung hierfür beträgt 12,5 MW.

Bei den Fernheizwerken wird Biomasse in Form von Holz und Hackschnitzel in einem Brennkessel verbrannt. Dadurch entsteht Hitze und über einen Wärmetauscher wird diese Hitze an einen weiteren Kreislauf abgegeben. Der Kreislauf ist das Rohrleitungssystem, das beispielsweise in einer Gemeinde verlegt wird und ein Wasser- oder Dampfgemisch enthält. Über dieses wird die in der Brennkammer entstandene Hitze an die an das Rohrleitungsnetz bzw. Wärmenetz angeschlossenen Haushalte abgegeben.

Biogas-Genossenschaften

Sieben Biogas-Genossenschaften mit 794 Einzelmitgliedern betreiben Biogasanlagen.

Die Biogas-Genossenschaften sind vor allem in ländlichen Regionen durch den Zusammenschluss von mehreren Bauern, die mit ihrem Abfallprodukt, nämlich der Gülle, Strom und Wärme erzeugen. So können sich Siedlungen unabhängig und klimafreundlich selbst mit Strom und Wärme versorgen.

Nachwachsende Rohstoffe aus der Landwirtschaft, tierische Exkremente oder Abfallstoffe aus der Lebensmittel- oder Agroindustrie werden in den Biogasanlagen mit Gülle als Inputstoff zu einem Substratgemisch vermischt. Dieses Substratgemisch wird mittels eines Fermenters unter Luftabschluss vergärt. Bei dieser Vergärung bauen Bakterien Enzyme und andere Stoffe ab, dabei entsteht unter anderem auch Biogas. Dieses Biogas wird über ein Blockheizkraftwerk mittels eines Gasmotors verbrannt und elektrische und thermische Energie produziert.

In einer Biogasanlage entsteht als Abfallprodukt ebenfalls Düngematerial, das die Bauern wiederum zum Düngen der Wiesen und Weiden verwenden können.

Trinkwasser-, Feuerlösch- und Beregnungsgenossenschaften

Südtirol verfügt über zahlreiche Quellen und Tiefbrunnen, die Wasser für Trinkwasserversorgungsanlagen, Feuerlösch- und Beregnungswasseranlagen liefern.

Ende 2020 zählte der Raiffeisenverband Südtirol 18 Trinkwasser-, Feuerlösch- und Beregnungsgenossenschaften mit insgesamt 5.154 Mitgliedern.

Trinkwassergenossenschaften in Südtirol setzen über dezentrale Investitionen eine regionale und eigenständige Trinkwasserversorgung der Bürgerinnen und Bürger um.

Ansprechpartnerin für Energie & Wasser

Elisa Brunner
Tel: 0471 945 297elisa.brunner(at)raiffeisenverband.it

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