Sozialgenossenschaften

Aufgrund großer sozio-ökonomischer Veränderungen im Allgemeinen (Älterwerden der Bevölkerung, sich ändernde Familienstrukturen u. a.) und am Arbeitsmarkt im Besonderen, rücken die sozialen Bedürfnisse der Bevölkerung immer stärker in den Vordergrund. Über vielseitige Dienstleistungen, wie Senioren- und Kinderbetreuung, Begleitung von Personen mit Beeinträchtigung, Beratung, Ausbildung und Weiterbildung bis hin zu Wohnprojekten und Verkauf von Produkten aus dem fairen Handel, fangen Sozialgenossenschaften die gesellschaftlichen Bedürfnisse auf und bieten Unterstützung. Sie sind mittlerweile zu unverzichtbaren Leistungsträgern der Gesellschaft geworden. Ihre Anzahl ist in den letzten Jahren kontinuierlich angestiegen.

Sozialgenossenschaften unterscheiden sich in mehreren Kategorien:

  • Typ A: für die Wahrnehmung von sozialen, sozio-sanitären, sanitären, erziehungsbezogenen und kulturellen Dienstleistungen
  • Typ B: für die Ausübung unterschiedlichster Tätigkeiten (Landwirtschaft, Industrie, Handel und Dienstleistung) zum Zweck der Arbeitseingliederung von sozial benachteiligten Personen, deren Anteil mindestens 30 Prozent betragen muss
  • Sozialgenossenschaften mit gemischter Ausrichtung (Typ A und Typ B): Sie bieten gleichzeitig Tätigkeiten im Bereich Typ A und im Bereich Typ B an. Seit 2016 ist in Südtirol die Gründung von Sozialgenossenschaften mit mehreren Tätigkeitsfeldern möglich. Unter bestimmten Voraussetzungen ist die gleichzeitige Ausübung der Tätigkeiten im Typ A und im Typ B Bereich möglich wie bei der funktionalen Verbindung oder bei koordinierter Tätigkeit zwischen beiden Bereichen.

Neben ihrer Kerntätigkeit schaffen Sozialgenossenschaften ein Vielfaches an gesellschaftlichem Mehrwert. Wenn eine Sozialgenossenschaft des Typs B beispielsweise fünf Personen mit Benachteiligung anstellt und in die Arbeitswelt integriert, ist die Betreuung und Unterstützung dieser Menschen nur ein Aspekt. Mit jedem Schritt in Richtung Selbstständigkeit verringert sich bei Personen mit psychischen oder gesundheitlichen Problemen nachweislich der Bedarf an Therapie, Medikamenten oder Krankenhausaufenthalten. Daraus ergeben sich Kosteneinsparungen für das Gesundheitswesen und eine deutliche Entlastung für das familiäre Umfeld (= Social Impact).

Im Bereich Kunst arbeiten Genossenschaften wie die Genossenschaft BAU, die Projekte mit Südtiroler Künstlerinnen und Künstlern organisiert oder Projekte mit Südtirol-Bezug umsetzt. Weitere Organisationen führen Kulturheime und Vereinshäuser wie in Neumarkt oder Algund, oder kümmern sich um spezielle Belange wie das Volksgruppeninstitut, das sich mit Minderheitenforschung beschäftigt, oder die Herzstiftung, die sich für Menschen mit Herzerkrankungen einsetzt. Es gibt Vereine und Genossenschaften, die Seniorenwohnheime führen, sich für Jugendliche engagieren, Unterstützung für Menschen in Not organisieren und sich für die Erhaltung des Kulturerbes Südtirols einsetzen.

Ansprechpartnerin für Soziales & Non-profit

Gloria Dolliana
Tel: 0471 945 296gloria.dolliana(at)raiffeisenverband.it

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