Die Menschen im und um den Verband

An dieser Stelle möchten wir Ihnen jene Menschen vorstellen, die den Raiffeisenverband führen, mit dem Verband zusammenarbeiten oder in regem Kontakt stehen, im Raiffeisenverband in diversen Funktionen tätig sind.

Die Personen, die zu Wort kommen, erzählen Ihnen von der Arbeit im und mit dem Raiffeisenverband. Schauen Sie hier immer wieder mal rein, um mehr über die Personen zu erfahren: Die Seite wird laufend erweitert.
 


Petra Bisaglia

Mitgliederbetreuerin Soziales & Non-Profit

"Ich liebe Veränderung."

Petra Bisaglia ist Mitarbeiterin beim Raiffeisenverband Südtirol in Bozen. Dabei betreut sie Menschen, die eine Sozialgenossenschaft gründen möchten und darüber hinaus.

Was genau machen Sie bei Ihrer Arbeit?

Meine Hauptaufgabe ist die Begleitung, Betreuung und Beratung der insgesamt 30 Sozialgenossenschaften im Raiffeisenverband Südtirol. Hinzu kommen die Kindergarten- und kulturellen Genossenschaften, die teilweise auch in diesen sozialen Bereich hineinfallen. Weitere Aufgaben sind die Interessensvertretung für Sozialgenossenschaften und die Förderung von Netzwerken unter den Sozialgenossenschaften. Schließlich geht es auch darum das Genossenschaftswesen und die Sozialgenossenschaften ganz generell in Politik, Gesellschaft und Öffentlichkeit zu unterstützen und Lobbying für sie zu betreiben.

Sozialgenossenschaften sind somit ein Spezialgebiet von Ihnen?

Richtig, ich habe vor allem mit Sozialgenossenschaften zu tun und generell mit dem Sozialbereich in dem sich die Sozialgenossenschaften bewegen. Auch mit sozialen Unternehmen, der neuen Form der Sozialunternehmen, die mit der Reform des 3. Sektors eingeführt wurde.  

Welche Erfahrungen bringen Sie für Ihre Arbeit beim Raiffeisenverband Südtirol?

Vom Studium her komme ich aus dem und Wirtschafts- und Management-Bereich, mit Spezialisierungen im Bereich sozialer Arbeit, Genossenschaftswesen, Personal- und Organisationsentwicklung. Das alles kommt mir hier zugute, weil dies immer auch Themen bei der Begleitung von Genossenschaften sind. Noch mehr ist es jedoch die Erfahrung im Sozialbereich: ich habe immer nur in sozialen Organisationen gearbeitet, zwischen Lebenshilfe, Tagesmütter u.a. und kurze Zeit auch in einem anderen Dachverband. Die Menschen in den verschiedenen Hauptabteilungen des Raiffeisenverbandes Südtirol wie Personal oder Buchhaltung kannte ich bereits vor dem Antritt der Stelle. Auch mit der Geschäftsleitung hatte ich zuvor Kontakt, da ich sieben Jahre lang Geschäftsführerin der Tagesmütter war und damals sind wir Mitglied des Raiffeisenverbandes geworden.

Was ist Ihnen besonders wichtig bei Ihrer Arbeit, gibt es ein besonderes Anliegen?

Mein großes Anliegen ist es, die gesellschaftliche Anerkennung von Sozialgenossenschaften zu verbessern und ihren gesellschaftlichen Wert hervorzuheben. In Italien werden Sozialgenossenschaften nicht nur positiv gesehen. Dabei leisten Sozialgenossenschaften einen enormen Beitrag für unsere Gesellschaft. Sie sind dort aktiv, wo die öffentliche Hand nichts machen kann oder will. Diese Unternehmensform ist eine moderne und neue Lösung für die heutige Zeit, weil es ihr gelingt soziale Belange und Wirtschaftlichkeit in Einklang zu bringen und gleichzeitig aktuelle Themen unserer Gesellschaft weiterzubringen und dort einzugreifen, wo es soziale Notstände gibt, in einer schnellen flexiblen und dynamischen Art, die es in dieser Form in anderen Bereichen nicht gibt.

Können Sie da ein Beispiel nennen?

Eine Sozialgenossenschaft bietet soziale Dienstleistungen und unterstützt Personen ihn ihren Bedürfnissen. Damit unterstützt sie aber immer auch deren Umfeld und das wiederum wirkt sich positiv auf das gesamte soziale Gefüge aus. Es gibt Studien, die belegen, wenn ich einen Euro in eine Sozialgenossenschaft investiere, dann habe ich einen gesellschaftlichen Mehrwert von zwei bis drei Euro. Das heißt, die Gesellschaft erspart sich mehr an Therapien, an stationären Aufenthalten ...

Welche beruflichen Ziele haben Sie sich für die kommenden Jahre gesteckt?

Eines der Ziele ist es, dem sozialen Bereich - auch innerhalb des Raiffeisenverbandes - einen höheren Stellenwert zu geben. Ich möchte auch die Vernetzung unter den Sozialgenossenschaften fördern und die daraus entstehenden neuen Potentiale nutzbar machen. Durch die Vernetzung wird man automatisch stärker und hat mehr Kraft und Energie für die eigenen Ziele. Ein weiteres Ziel ist die Zusammenarbeit mit anderen Dachverbänden. Hier geht es um größere Themen, die wir weiterbringen müssen, wie Aufträge und Vergabe an Sozialgenossenschaften, die soziale Landwirtschaft, Beiträge und Förderungen. Zudem möchten wir noch mehr in Kontakt mit den verschiedenen Interessens- und Netzwerkpartner kommen und ein starkes Netzwerk aufbauen.

Folgen Sie einem Lebensmotto?

Ich liebe Veränderung und bin jemand, der aus Systemen heraus lebt, die sich verändern und erneuern. Ich brauche immer wieder neue Herausforderungen. Und ich merke, dass dies im Raiffeisenverband im Moment ganz interessant ist. Ich bin hier auch in Organisationsentwicklungsprojekten involviert und finde das extrem spannend. Und diese Arbeit ist an sich schon spannend, weil Sozialgenossenschaften so heterogen und so vielschichtig sind, da ist jedes Thema eine neue Herausforderung. Es gibt 30 verschiedene unterschiedliche Sozialgenossenschaften und jede hat ihre Eigenheiten, tickt anders. Das ist spannend.

Ihr Wunsch für die Zukunft?

Schön wäre, wenn die Unterstützung, welche die Genossenschaften von mir kriegen, auch Früchte trägt und sie sich positiv entwickeln oder Lösungen finden für momentane Probleme. Das ist natürlich auch eine Frage der Zeit. Meine Aufgabe ist es ja, sie nicht zu bevormunden als Sozialgenossenschaft, sondern zu begleiten und hilfreiche Inputs zu geben. Sie sind eigenständige Unternehmen, die ihre Entscheidungen selber treffen.

Vielen Dank!