Zwischenkriegszeit

Im Herbst 1919, also unmittelbar nach der Angliederung Südtirols an das Königreich Italien, wurde der „Revisionsverband der Raiffeisenvereine und landwirtschaftlichen Genossenschaften Bozen“ gegründet. Bereits 1935 wird der Verband jedoch von der faschistischen Regierung wieder aufgelöst. Es beginnen ein dramatischer Niedergang und die wohl schwärzeste Periode für das Südtiroler Genossenschaftswesen.

Wiederaufbau

Unmittelbar nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges beginnt der Wiederaufbau. Anfang 1946 werden der  „Hauptverband Landwirtschaftlicher Genossenschaften“ und der  „Verband der Raiffeisenkassen“ neu gegründet. Nach dem Erlass des Regionalgesetzes Nr. 7 vom Jahr 1954 erfolgt im selben Jahr die Gründung des „Landesverbandes der Südtiroler Landwirtschaftlichen Genossenschaften“.

Netzwerk

1960 entsteht aus der Verschmelzung des Verbandes der Raiffeisenkassen mit dem Landesverband der Südtiroler Landwirtschaftlichen Genossenschaften der „Raiffeisenverband Südtirol“. Gleichzeitig führt der neue Verband das Giebelzeichen als offizielles Symbol für sich und seine Mitgliedsgenossenschaften ein.1968 wird schließlich das Raiffeisenhaus in Bozen eingeweiht. Es bildet seither den Mittelpunkt eines erfolgreichen und stetig wachsenden Raiffeisen-Netzwerks in Südtirol.

Das Giebelzeichen

Das Markenzeichen der Raiffeisen-Genossenschaften Südtirols ist ein stilisiertes Giebelkreuz aus zwei gekreuzten Pferdeköpfen. Zusammen mit dem Schriftzug „Raiffeisen“ bildet es die traditionelle und verwurzelte Kernmarke der Raiffeisen-Genossenschaften. Das Logo ist als Marke eingetragen und international als Warenzeichen und Dienstleistungsmarke geschützt. Die Mitglieder des Raiffeisenverbandes Südtirol erhalten – nach der entsprechenden Genehmigung des Verwaltungsrates – die Berechtigung, das Giebelzeichen zu führen.

Ursprung der Marke

Der Ursprung der Marke geht auf den 13. Februar 1930 zurück, als in Berlin der Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften – Raiffeisen – e.V. gegründet wurde. Damals schlossen sich die beiden Genossenschaftsorganisationen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Karl Friedrich Wilhelm Haas, die sich getrennt voneinander entwickelt hatten, zusammen.

Die Odal-Rune

Als Markenzeichen für den neuen, damals weltweit größten Raiffeisenverband wurde die von einem Kreis eingefasste Odal-Rune gewählt. Das Logo symbolisierte den genossenschaftlichen Wahlspruch „Einer für alle, alle für einen“ und drückte die unbeschränkte Haftung aus, der alle Mitglieder unterworfen waren.

Das Sachsenkreuz

Am 24. August 1939 wurde in Neuwied (Westerwald) zum ersten Mal das sogenannte Sachsenkreuz als neues Markenzeichen für die Raiffeisen-Genossenschaften verwendet. Die gekreuzten Pferdeköpfe finden sich seit Jahrhunderten nicht nur in Niedersachsen, sie sind in unterschiedlichen Ausformungen weltweit verbreitet und sollen Hausbewohnern Schutz vor Unheil und Naturkatastrophen bieten. Auch in Südtirol haben mehrere Bauernhäuser den Giebel mit den Pferdeköpfen geziert, um Unheil (Unwetter, Naturkatastrophen) vom Haus abzuwenden. Solche Beispiele findet man im Schnalstal. In Norddeutschland gibt es Bauernhäuser, an deren Giebeln sich die Pferdeköpfe einander zuwenden, ein Zeichen der Abhängigkeit des Bauern von seinem Grundherrn.

Die Pferdeköpfe im Laufe der Jahre

Im Laufe der Zeit wurde das Giebelzeichen dem jeweiligen Zeitgeist angepasst. Trotz unterschiedlicher Farbgebungen, Größen und Formen sind die beiden gekreuzten Balken samt den Pferdeköpfen allen Raiffeisen-Genossenschaften weltweit gemeinsam.