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Vinschger Marillen – Ernteausfälle bis 55 Prozent

Gerhard Eberhöfer, Verkaufsleiter der Vi.P: „Trotz Ernteeinbruch fairer Preis“

Die heurige Marillenernte, die vor kurzem im Vinschgau zu Ende gegangen ist, fällt mager aus. Grund für die Ernteausfälle ist die schlechte Witterung.

„Marillen aus dem Vinschgau. Der volle Geschmack ursprünglicher Bergnatur“ - so steht es auf dem Werbeprospekt mit dem die Marillenbauern ihre Früchte anpreisen. Doch konnten nur wenig Früchte heranreifen. „2007 konnten wir 240 Tonnen ernten, heuer kommen wir nur auf knapp über 100 Tonnen“, sagt Gerhard Eberhöfer, Verkaufsleiter beim Verband der Vinschgauer Produzenten.

Schlechte Witterung
Die Gründe für den radikalen Ernteausfall sind bekannt: Zu kalte Nächte während der Blütezeit, gefolgt von anhaltenden Regengüssen sowie ein extrem lang anhaltender Fruchtfall, der sich von Ende Mai bis Ende Juni hinzog. „Deshalb konnten wir nicht alle Kundenwünsche erfüllen“, meint Eberhöfer. Während in den vergangenen Jahren ein Teil der Ernte auch in Nordtirol abgesetzt wurde, fiel dieser Vertriebszweig heuer völlig aus.

Zentrale Vermarktung
Seit dem Vorjahr wird die gesamte Ware, die bei den Vinschger Obstgenossenschaften angeliefert wird, im Produktionslager in Tschars zentral verarbeitet und vermarktet. „Auf diese Weise sichern wir die Einhaltung der Qualitätsstandards“, meint Eberhöfer, der die händische Sortierung der Ware persönlich kontrolliert. Insgesamt kultivieren 100 Bauern auf 60 Hektar Fläche die edle und sensible Frucht. Bei 80 Prozent der Ernte handelt es sich um die begehrte einheimische Marille, genannt „Vinschger Marille“; zu 20 Prozent werden andere Marillensorten angebaut, die eine leichtere Handhabe versprechen.

Marmelade
Seit zwei Jahren wird in den Verkaufsstellen auch Marillenmarmelade angeboten. Sie erfreut sich steigender Beliebtheit und bringen eine größere Wertschöpfung für die Bauern. „Wir können ein konkurrenzloses Produkt anbieten, deshalb ist das Marktpotential noch längst nicht ausgeschöpft“; so Eberhöfer. Trotz geringer Erntemenge haben sich die Genossenschaften nur für eine moderate Preissteigerung von 10 Prozent entschieden. Ein Kilogramm Tafelware kostete 2,30 Euro, die Spitzenqualität 2,80 Euro. Im privaten Verkauf wurden höhere Preise erzielt.

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