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Verbandstag des Raiffeisenverbandes Tirol

Auf dem Verbandstag des Raiffeisenverbandes Tirol werden traditionell nicht nur die Bilanzen der Raiffeisen Genossenschaften im Bundesland vorgestellt, sondern auch wirtschaftspolitische Tendenzen und Schwerpunkte der Verbandsarbeit diskutiert. Gastreferent war heuer der ehemalige EU-Kommissar Franz Fischler.

Mit der österreichischen Wirtschaft geht es wieder langsam bergauf. Das Wachstum im vierten Quartal des vergangenen Jahres war das höchste des gesamten Jahres. „Auch die private Konsumnachfrage hat an Schwung zugenommen“, sagte Peter Hechenberger, Obmann des Raiffeisenverbandes Tirol beim Verbandstag in Innsbruck.

Moderate Steigerungen
Eine Steigerung der Bilanzsumme um 2,5 Prozent sowie der Einlagen und Ausleihungen von vier Prozent kennzeichnet die Jahresbilanz 2005 der 82 Tiroler Raiffeisenbanken. Trotz schwieriger Rahmenbedingungen konnte ein Betriebsergebnis von 0,4 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme erzielt werden. Auch in den anderen Wirtschaftssparten, in denen Raiffeisen-Genossenschaften tätig sind, gab es moderate Steigerungen. Der Milchpreis lag in Tirol bei durchschnittlich 30 Cent pro Liter, damit über den EU-Durchschnitt von 28,53 Cent.

Bürokratismus
„Unsere klein strukturierte Wirtschaft wird zunehmend von einer besonderen Bedrohung erfasst“, ergänzte Hechenberger: „Unbegrenzter Bürokratismus und vermehrte formalistische Regelungen bedeuten einen Wettbewerbsvorteil für Großunternehmen.“ Hilfreich seien die engen Kontakte zum Bayerischen Genossenschaftsverband und dem Raiffeisenverband Südtirol.

Neustrukturierung
Heiner Nicolussi-Leck, Obmann des Raiffeisenverbandes Südtirol, betonte die gute Zusammenarbeit im Rahmen des Kooperationsabkommens zwischen Bayern, Tirol und Südtirol. „Wir haben ähnlich gelagerte Probleme, die wir besser gemeinsam anpacken und lösen können“, meinte Nicolussi-Leck. Bereits im vergangenen Jahr wurde der Verband einer Neustrukturierung unterzogen, die nun u.a. ein effizienteres Dienstleistungsangebot ermöglicht.

Staat wider Willen
Franz Fischler sprach sich in seiner Gastrede dafür aus, offen über die politische Zukunft Europas zu diskutieren. „Europa ist ein Staat, den niemand will, aber in dem wir leben und arbeiten“, sagte er. Er beklagte einen Mangel an Demokratie und Partizipation der Bürger. Deshalb sollte man sich realistische Ziele setzen, die auch konkret von den Bürgern wahrgenommen werden. Für Tirol sieht Fischler große Zukunftsperspektiven bei den Investitionen in Technik und Forschung als „Passfunktion“ zwischen Italien und Deutschland.

Raiffeisenverband Tirol

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