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Trendforschung für Genossenschaftsbanken

Helmut Stroblmair: „Komplexität ist zu vermeiden.“

Wie sieht das Management der Zukunft in den Genossenschaftsbanken aus? Was sind die Perspektiven und strategischen Herausforderungen? Das waren die Kernfragen der Cross Border Conference, die von den Raiffeisenbanken Österreichs, Deutschlands, der Schweiz und Südtirols in Wien organisiert wurde.

Über 100 Bildungsverantwortliche und Führungskräfte der Raiffeisenbanken haben sich auf der zweitätigen Konferenz in Wien mit zentralen Fragen des Lebens und Überlebens von Genossenschaftsbanken beschäftigt. „Wir müssen, wissen was wir gestalten wollen und dann Strategien entwickeln“, betonte der Zukunftsforscher Pero Micic.

Zukunft sichern
Er zeigte sich überzeugt, dass Genossenschaftsbanken eine Zukunft haben, wenn sie den Individualisierungs- bzw. Spezialisierungsprozess in ihr Geschäftsfeld integrieren und Trends rechtzeitig erkennen. „Zukunftsmanagement muss für heute relevant sein“, meinte Micic. So sei die Frage relevant, inwieweit sich Raiffeisen von der Universalbank hin zur Zielgruppenorientierten Bank entwickeln sollte.

Spezialisierung
Ein Beispiel für die Segmentierung des Kundenspektrums stellte Klaus Euler vor, der vor fünf Jahren die EthikBank in Eisenberg (Thüringen) gegründet hat. „Immer mehr Menschen wollen ihr Geld nach ethischen Grundsätzen investieren“, sagte Euler. In diesem Sinne versteht sich die EthikBank als Direktbank für ethische und ökologische Geldanlagen, die das Geld ihrer Kunden für Mensch und Natur investiert. „Ethik und Erfolg ist kein Widerspruch“, meinte er.

Die vierte Dimension
Helmut Stroblmair, Leiter der Abteilung Informationssysteme im Raiffeisenverband Südtirol, präsentierte in seinem Vortrag die Möglichkeiten, Chancen und Risiken des Einsatzes von modernen Technologien. Dabei muss neben der eigenen Unverwechselbarkeit die Effektivität in den Prozessabläufen in den Vordergrundgestellt werden. Komplexität ergibt sich laut Stroblmair aus der isolierten Betrachtung zahlloser Einzelfälle. Dabei riskiert man die Kontrolle und die richtigen Ziele zu verlieren.

Frauenanteil
Michael Auer, Leiter Human Ressources Management der Raiffeisengruppe Schweiz, verdeutlichte, dass der Arbeitsmarkt erfordere auch Frauen und ältere Menschen in das Unternehmen zu integrieren. „Doch dies ist bisher kein Thema, da der Leidensdruck noch zu gering ist“, so Euler. Raiffeisen Schweiz wird in den kommenden Jahren den Frauenanteil von derzeit 7% auf 30% und den Anteil älterer Arbeitskräfte von derzeit 2% auf 8 Prozent erhöhen.

Rege Beteiligung an den Arbeitsgruppen des Raiffeisen-Kongress in Wien.
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