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Südtirol soll Erdbeerland werden

Eine Riesenerdbeertorte von 24 m² Größe wurde beim Marteller Erdbeerfest angeschnitten.

Tausende Einheimische und Gäste besuchten Ende Juni das Erdbeerfest in Martell. Das Martelltal ist längst zum Synonym für die Erdbeere geworden. Die Marteller Erzeugergenossenschaft (MEG) will ihr Erfolgsmodell auf Südtirol ausdehnen.

Traditioneller Höhepunkt des Erdbeerfestes ist der Anschnitt der Riesenerdbeertorte, den Landesrat Michl Laimer gemeinsam mit der neuen Erdbeerkönigin Monika Perkmann vollzog. Daneben gab es ein breit gefächertes Rahmenprogramm. Die Biathlon-Jugend-Weltmeisterschaft, die im Jänner 2007 erstmals in Südtirol ausgetragen wird, wurde vorgestellt, es gab einen Kochwettbewerb für Prominente, Produzenten aus der Partnergemeinde Martignacco (Provinz Udine) stellten lokale Spezialitäten vor und das Nationalparkhaus "culturamartell" feierte einen Tag der offenen Tür. 

Erfolgreiche Aufbauphase
Motor des Erdbeeranbaus in Martell ist  der Geschäftsführer der Marteller Erzeugergenossenschaft Manfred Gamper, der als Bürgermeister auch die Gemeindepolitik bestimmt. Gamper kann auf eine äußerst erfolgreiche Aufbauphase zurückblicken. Die 66 Mitglieder der Genossenschaft betreiben auf 78 Hektar Obst- und Gemüseanbau. Auf 53 Hektar werden Erdbeeren angebaut, auf 15 ha Gemüse, Johannisbeeren, Himbeeren, Kirschen und Marillen. Die Anbauflächen befinden sich in den Gemeinden Martell, Latsch, Schlanders und Naturns.     

Kontinuierliche Steigerung
Der Gesamtumsatz betrug im Jahr 2005 über 3 Mio. Euro. Erntemengen und Umsätze konnten in den vergangenen Jahren kontinuierlich gesteigert werden. Im Jahr 2004 wurde eine Rekordernte von 815 Tonnen Erdbeeren eingefahren. Im vergangenen Jahr waren es 645 Tonnen. Wegen der Höhenlagen reifen die Erdbeeren sehr langsam heran und verfügen daher über ein ganz besonderes Aroma. Zudem werden sie zu einem Zeitpunkt gepflückt, an dem in den meisten Gebieten Europas die Ernte bereits abgeschlossen ist. 

Neue Anbauflächen
Derzeit versucht die MEG die Erntezeit durch neue Sorten zu verlängern, um für den Zwischenhandel attraktiver zu werden. Außerdem besteht Kontakt zu anderen Interessenten in Südtirol, die ebenfalls den Erdbeeranbau versuchen möchten. „Wir wollen in Zukunft südtirolweit operieren. Wir können uns dies in bestimmten Gebieten z.B. des Pustertales sehr gut vorstellen, die Vermarktung muss aber über uns erfolgen“, sagte Geschäftsführer Gamper bei der Pressekonferenz. Gleichzeitig stellte Obmann Karl Dietl neue Produkte vor: Erdbeersaft, Erdbeernektar, Erdbeer-Apfelsaft und Erdbeer-Marillennektar m 0,2 l Tetrapak.

Gemeinsame Erdbeerverkostung: Josef Wielander (Direktor der Vinschgauer Produzenten Vi.P), Karl Dietl (Obmann der Vi.P.), Manfred Gamper (Geschäftsführer der MEG).
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