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Strommarkt in Italien neu geregelt

Tagungsort Nationalparkhaus „Aquaprad“

Der Kongress der Energiegenossenschaften Italiens fand Ende Juni in Prad am Stilfserjoch statt. Im Juli wurde der Strommarkt in Italien liberalisiert - eines der Hauptthemen auf dem Kongress.

Seit 1. Juli ist der Strommarkt in Italien entsprechend den EU-Richtlinien liberalisiert. Die Haushalte haben ab sofort die Möglichkeit, ihren Stromlieferanten frei zu wählen.

Bedeutung der E-Genossenschaften

„Das Beispiel Deutschland zeigt, dass trotz Wettbewerb der Strompreis nicht unbedingt sinkt, sondern langfristig eher steigt“, so Georg Wunderer, Obmann des Raiffeisen Energieverbandes und des E-Werks Prad. Deshalb wachse die Bedeutung genossenschaftlich organisierter Stromproduzenten, die einen verbilligten Strom anbieten können.
In Italien gibt es an die 40 Energiegenossenschaften, die Hälfte davon in Südtirol.

Gelebter Umweltschutz

Auf dem zweitägigen Kongress, an dem namhafte Experten sowie die Vertreter der Energiegenossenschaften teilgenommen haben, wurden verschiedene Aspekte der neuen Energiepolitik beleuchtet. In Ihren Grußworten würdigten Landesrat Richard Theiner, Bürgermeister Hubert Pinggera und Raiffeisen-Obmann Heiner Nicolussi-Leck, die Bedeutung der Energiegenossenschaften. Sie betonten die wirtschaftlichen Vorteile, den gelebten Umweltschutz sowie die Interessenvertretung der kleinen Produzenten gegen die großen Stromkonzerne.

Neue Normen

Die Liberalisierung führt zu einer Trennung der verschiedenen stromwirtschaftlichen Tätigkeiten. Ein Stromversorger, der über eine eigene Erzeugung und ein Stromverteilungsnetz verfügt, kann seinen Strom nicht mehr direkt über das eigene Netz verkaufen. Bei der Stromverteilung gibt es ab sofort  die Netzverwaltung und den Stromverkauf. So können nun Händler aktiv werden, die den Stromverkauf organisieren und den Haushalten über das öffentliche Netz Strom liefern.

Besonderheiten
Die Hauptaufgabe der Genossenschaften ist die Energieversorgung ihrer Mitglieder. Dies unterliegt nach wie vor nicht den Regelungen der öffentlichen Stromversorgung. Aus diesem Grund kann eine E-Genossenschaft, im Gegensatz zu einem öffentlichen Versorger, nach wie vor den selbst erzeugten Strom über das eigene Netz seinen Mitgliedern liefern. Hat diese E-Genossenschaft auch Nicht-Mitglieder in seinem Netz, so unterliegt diese Energieversorgung allerdings den Regelungen der öffentlichen Stromversorgung.

Flurbegehung im E-Werk Prad mit Georg Wunderer, Obmann des E-Werks und Organisator der Tagung (Mitte).
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