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Roboter im Fruchthof Überetsch

Neu und innovativ: Lasergesteuerte Transportfahrzeuge bewegen sich lautlos im Lagerraum

Der Fruchthof Überetsch ist die technisch modernste Obstgenossenschaft Südtirols. Er wurde in kürzester Zeit umgebaut, erweitert und unlängst offiziell eingeweiht.

Am Beispiel der Obstgenossenschaft in Frangart lässt sich die jüngere Obstgeschichte Südtirols paradigmatisch darstellen. Seit der Gründung 1975 hat die OG wesentliche quantitative und qualitative Veränderungen vollzogen.

Stetiges Wachstum
Zunächst im heutigen „ME-BO“ Center in Sigmundskron untergebracht, wurde 1984 der Neubau am heutigen Standort fertiggestellt, um den wachsenden Raumbedarf zu befriedigen. 1998 fusionierte der Fruchthof mit der Obstgenossenschaft OPAN – Andrian. Dadurch konnte die Anlieferungsmenge von 1.200 auf ca. 2.500 Waggon erhöht werden.

Globale Marktfähigkeit
2004 kam es schließlich zur vorerst letzten Fusion mit der „Obstgenossenschaft GOG – Sigmundskron“. Bei der offiziellen Eröffnung bedankte sich Christoph Schmid, der seit 1977 das Vertrauen der Mitgliedsbauern genießt, bei allen Beteiligten für den gelungenen Umbau. „Nun haben wir die Größe und die technischen Voraussetzungen geschaffen, um auf dem globalen Markt bestehen zu können“.

Piloten in 20 Meter Tiefe
Projektant Siegfried Pohl ging auch auf die Schwierigkeiten ein, die beim Umbau zu bewältigen waren. Wegen der Hochspannungsleitung konnte kein Kran verwendet werden und ob des sumpfigen Untergrunds mussten 8500 Laufmeter Betonpfähle in den Boden gerammt werden, um ein Absinken der Anlage zu verhindern. Trotzdem konnten die Arbeiten nach nur einem Jahr Bauzeit im Frühjahr diesen Jahres erfolgreich abgeschlossen werden.

Moderne Industrieroboter
Bei der internen Logistik kommen Südtirolweit einmalige Techniken zum Einsatz. Im Fruchthof gibt es ein vollautomatisches Hochregallager für 6000 Großkisten, lasergesteuerte Transportfahrzeuge, Industrieroboter zum Stapeln der verpackten Ware sowie fünf Verladerampen. Eine neue Software für die computerisierte Steuerung und das Controlling der Packlinien sowie für die Rückverfolgbarkeit der Ware wurde ebenso installiert. 

Kein Stellenabbau
Landeshauptmann Durnwalder bemühte die Evolutionslehre: „Derjenige, der sich ans Klima nicht anpasst, der stirbt einfach aus.“  Landesrat Berger lobte die weitsichtige  Vorausschau: „Die meisten Obstgenossenschaften sind auf dem richtigen Weg“. Und Matthias Josef Gamper, Obmann der VOG in Terlan, bestätigte: „Immer häufiger verlangen auch Discount-Ketten die Rückverfolgbarkeit der Ware.“
Trotz des Einsatzes moderner Industrieroboter soll es keinen Stellenabbau geben. Der Betrieb beschäftigt derzeit 38 Fixangestellte und 50 Saisonkräfte.

 

Ehrengäste bestaunen die Anlage: Matthias Josef Gamper, Konrad Palla, Günther Werth, Luis Durnwalder, Hans Berger
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