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Revolution im Vinschgau - Neues Marketingkonzept wird umgesetzt

Es ist neu, einzigartig, revolutionär. Alle neun Obstgenossenschaften des Vinschgaus haben ein gemeinsames Vermarktungskonzept für Obst und Gemüse beschlossen. Die neue Strategie greift bereits ab der heurigen Ernte.  

Bereits im Dezember hatten sich acht der neun Vinschgauer Obstgenossenschaften für das neue Vermarktungskonzept, das der Dachverband der Vinschgauer Obstproduzenten (Vi.P) ausgearbeitet hatte, ausgesprochen. Nachdem Anfang Jänner auch die Obstgenossenschaft Alpe in Laas dem Konzept mehrheitlich zugestimmt hatte, ist der Weg nun frei.  

Ein Anbieter pro Kunde
Bereits ab der heurigen Ernte wird die gesamte Obst- und Gemüseproduktion des Vinschgaus zentral in Latsch vermarktet. Unter dem Motto „Ein Anbieter pro Kunde“ werden den einzelnen Genossenschaften bestimmte Exportmärkte und Großkunden zugewiesen. Die Geschäftsführer haben weiterhin die Leitung ihrer Genossenschaft inne, sie verkaufen die gewünschte Ware aber im Auftrag aller Vinschgauer Produzenten. Gleichzeitig verschwinden die unterschiedlichen Logos und Verpackungen. Nur mehr das geschützte Markenzeichen mit dem Marienkäfer wird verwendet. Nicht die Produktionsstätte ist in Zukunft wichtig, sondern die Verfügbarkeit der Ware.  

Keine Konkurrenz mehr
„Wir sind nun in der Lage leichter als bisher 12 Monate im Jahr Äpfel zu liefern,“ sagt Josef Wielander, Direktor der Vi.P., dem die Koordination obliegt „In Zukunft wird es keine Konkurrenz untereinander mehr geben. Und wir können auf Augenhöhe mit Großkunden verhandeln“, ist sich Wielander sicher. Auch Karl Dietl, Obmann der Vi.P., unterstrich die Wichtigkeit dieses Schrittes. „Damit sichern wir unseren Bauern ihre Existenzgrundlage. Zudem haben wir durch den gemeinsamen Auftritt bessere Möglichkeiten, neue Märkte zu erschließen."  

Wegweisende Entscheidung
Am Nonsberg im Trentino wird bereits seit einigen Jahren erfolgreich zentralisiert vermarktet. Ob nun auch der Verband der Obstgenossenschaften (VOG) in Terlan diesem Beispiel folgen wird, ist noch offen. Geschäftsführer Gerhard Dichgans äußerte sich zuletzt eher skeptisch, da die Rahmenbedingungen andere seien. Landesrat Hans Berger drängt jedoch genau in diese Richtung. „Auf dem ersten Schritt sollte nun ein zweiter Schritt von der VOG folgen. Am Ende sollte die gesamte Ware aus Südtirol von einem Anbieter vermarktet werden.“

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