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Rekordjahr für die Milkon

Milkon-Geschäftsführer Robert Zampieri: „Gemeinsamer Auftritt aller Milchhöfe denkbar“

Das Konsortium Milkon, bestehend aus den Milchhöfen Bozen und Bruneck, kann für 2006 auf die Höchste je verarbeitete Milchmenge zurückblicken. Gleichzeitig wurden neue Produkte auf den Markt gebracht, die Perspektiven eröffnen.

Die Milkon ist das bedeutendste Unternehmen der Südtiroler Milchwirtschaft und beschäftigt derzeit 388 Mitarbeiter/innen. Sie verarbeiten mehr als 60 Prozent der in Südtirol produzierten Milch. Im vergangenen Jahr waren das 233 Mio. Liter - ein Zuwachs von zwei Mio. Litern im Vergleich zu 2005.

Umsatzrekord
„Mit 175 Mio. Euro Bruttoumsatz haben wir einen weiteren Rekord gebrochen und sind damit der größte Lebensmittelbetrieb der Region Trentino-Südtirol“, sagt ein sichtlich zufriedener Geschäftsführer Robert Zampieri. 44,6 Prozent der Milch verlassen den Betrieb als Tankmilch. Ein Teil davon geht an die Milchhöfe Brixen und Meran, die diese zu Käse weiter verarbeiten. Knapp 55 Prozent werden im eigenen Betrieb veredelt, Tendenz steigend.

Joghurt boomt
Beim Joghurt erzielte die Milkon ein Plus von 13 Prozent und erreichte mit 38.000 Tonnen ebenfalls einen Rekordwert. Damit ist Milkon zum größten Joghurtproduzenten in Italien aufgestiegen. Im Milchhof Bruneck wurden 4 % mehr Schnittkäse und 2,5 % mehr Mascarpone produziert. „Vor allem in Deutschland haben wir an dieser Stelle noch Ausbaupotential“, so Zampieri.

Frischmilch rückläufig
Der Verkauf von Frischmilch ist seit 2001 rückläufig. Der Anteil an H-Milch steigt dagegen kontinuierlich, diese wird besonders in Single-Haushalten bevorzugt. Für solche und andere Käuferschichten entwickelt die Mila ständig neue Produkte. Seit kurzem gibt es eine Trink-Joghurtlinie mit neuen Geschmacksrichtungen, laktosefreie Milch, eine neue Butter und Milch im Tetrapack mit Drehverschluss.

Weniger Milchbauern
Die Zahl der Milchbauern ist in den vergangenen Jahren leicht gesunken. Zur Zeit liefern 3.900 Bauern ihre Milch an die Milkon. Trotzdem, wächst die angelieferte Milchmenge weiter. 2006 wurden über 84,2 Mio. Euro an die Mitglieder ausgeschüttet, (39,4 Cent pro Liter Milch)  eine leichte Steigerung zum Vorjahr.

Kräfte bündeln
Obwohl sich Preisgestaltung auf dem europäischen Markt derzeit leicht entspannt, warnt Zampieri vor Euphorie. Vielmehr sollten sich Südtirols Milchhöfe einen einheitlichen Auftritt überlegen. „Es wäre denkbar, ein Südtirol-Joghurt zu schaffen, das außerhalb des Landes gemeinsam vermarktet wird. Damit hätten wir gegenüber den großen Handelsketten eine verstärkte Verhandlungsposition, die allen nützen würde.“

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