News

Raiffeisen-Weinstatistik – hoher Ertrag aber geringere Auszahlungspreise

Aus der Weinlese 2004 erzeugten die Kellereigenossenschaften über 267.000 hl Wein.

Geringe Niederschläge, hohe Erntemenge, leichte Verkaufsrückgänge und deutliche Auszahlungseinbußen für die Mitglieder kennzeichnen das Geschäftsjahr 2004/2005. 

Im Erntejahr 2004 lieferten die 3.718 Mitglieder 384.000 dt Trauben an die 17, dem Raiffeisenverband Südtirol angeschlossenen, Kellereigenossenschaften. Das sind 16 Prozent mehr als 2003. Mit 267.327 hl war die daraus erzeugte Weinmenge eine der höchsten seit 1997. Insgesamt beläuft sich der genossenschaftliche Anteil an der gesamten Südtiroler Weinlese auf rund 70 Prozent.

Verkaufsrückgang bei höheren Preisen
Die Kellereien verzeichneten im Geschäftsjahr 2004/05 einen Verkaufsrückgang, der aber mit 2,8% geringer als in den Vorjahren ausfiel. Vor allem durch die weitere Steigerung der Originalabfüllungen konnte der Verkaufswert des Vorjahres beinahe beibehalten werden. Im Schnitt konnten die Verkaufspreise um 2,5% angehoben und für den verkauften Wein letztlich 92 Mio. Euro erzielt werden.  

50 Mio. Euro ausgezahlt
Die 17 Kellereien konnten für die Ernte 2004 insgesamt 50,4 Mio. Euro und damit um 4 % mehr Geld an die Mitglieder auszahlen. Der höhere Auszahlungsbetrag ist aber vorwiegend der hohen Erntemenge zu verdanken. Denn insgesamt fielen die Auszahlungspreise verglichen mit der Ernte 2003 durchschnittlich um 10,4% geringer aus.  

Minus für alle Sorten
Der durchschnittliche Auszahlungspreis für die Weinlese 2004 lag bei 135 Euro/dt Trauben gegenüber 150,76 Euro/dt im Vorjahr. Damit fielen die Preise im Schnitt um 10,4%. Bei den Rotweinen betrug der durchschnittliche Auszahlungspreis 116,04 Euro/dt (-11,9%), bei den Weißweinsorten waren es 159,60 Euro/dt (-10,1%). Den höchsten durchschnittlichen Auszahlungspreis bescherte der Gewürztraminer mit 231,77 Euro/dt (-9,2%), den geringsten Durchschnittspreis gab es für Vernatsch mit 88,31 Euro/dt (-15,4%).  

Kosten steigen
Die Kosten erhöhten sich insgesamt wieder deutlich. Stark stiegen die Kosten für Kellereibedarf und Hilfsstoffe (+20%), die Verwaltungskosten (+13,9%) sowie die Stromkosten (+15,4%) an. Mit einem Anteil von 27% an den Gesamtkosten waren die Personalkosten nach wie vor der stärkste Kostenfaktor, der Verbrauch an Flaschen und Verpackungsmaterial schlug mit 20% und die Betriebsaufwendungen mit knapp 10% an den Gesamtkosten zu Buche.  

„Sorgenkind“ Vernatsch
Dank der hohen Anlieferungsmenge konnte der Hektarerlös im Schnitt um 5% auf 15.977 Euro angehoben werden. Als Spitzenreiter erreichte der Gewürztraminer 21.622 Euro/ha und damit um 9.537 Euro bzw. 79% mehr als die Hauptsorte Vernatsch mit 12.085 Euro. Das Sorgenkind der Weinwirtschaft hat im Geschäftsjahr 2004/2005 den absolut niedrigsten Ertrag erbracht, war aber noch zu 36,6% an der Gesamtanlieferung beteiligt, auch wenn die Vernatschfläche um 124 Hektar (rund 10%) zurückging.

Die Grafik verdeutlicht die Abhängigkeit der Auszahlungspreise von der Entwicklung der Anlieferungsmenge, der Verkaufspreise und der Kosten. So drücken u.a. die steigenden Kosten die Auszahlungspreise nach unten. Quelle: Unternehmensberatung, Raiffeisenverband
zum Archiv