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Wein als Genusskultur vermitteln

Mit dem Wein wird nicht nur ein Produkt vermarktet, sondern ein Lebensgefühl.

Weinbautagung in Eppan: Das Image eines Produktes entsteht im eigenen Land. Auf der 48. Südtiroler Weinbautagung plädierte SMG-Direktor Christoph Engl Ende Jänner für eine stärkere Identifikation mit dem Produkt Wein.

Aus dem Blickwinkel des Tourismus ist Südtirol nicht nur ein Ort, sondern vor allem ein Lebens- gefühl. Dabei spielt auch der Wein eine wichtige Rolle. Geht es nach Christoph Engl, Direktor der Südtirol Marketinggesellschaft, muss die Wein- kultur noch stärker als lokale Genusskultur transportiert werden. Regionalität, Echtheit und der Gesamtzusammenhang, in dem ein Produkt vermittelt wird, würden in einer globalisierten Welt immer wichtiger.

Auf Tuchfühlung mit dem Wein
Daher müssten genügend Kontaktpunkte zum Thema Wein für die Kunden und Einheimischen hergestellt werden, denn letztlich entsteht das Image eines Produktes im eigenen Land. „Der Kunde muss mehr auf Tuchfühlung mit dem Wein gebracht werden“, mahnte Engl. Eine Möglichkeit liege darin, den Kunden statt Fachwissen mehr Erlebnis und Emotion rund um den Wein zu bieten.

Qualität vor Quantität
Möglichkeiten liegen auch in einer vereinfachten Präsentation der Weine und im Prinzip Qualität statt Menge - konkret im vermehrten Glasausschank. Zudem müsste dem Konsumenten die Produktauswahl einfacher gemacht werden. „Einfachheit wird ein Megatrend der Zukunft“, so Engl. Was zu kompliziert ist, lehnen die Konsumenten ab.

Vernatsch als Imageträger

Der Frankfurter Weinjournalist Steffen Maus räumte dem Südtiroler Wein auch in einem schwierigeren Marktumfeld weiterhin gute Chancen ein. Er präsentierte dazu eine Befragung unter italienischen Mitbewerbern. Potential sieht Maus besonders im Vernatsch, der in Südtirol auf einen Anteil von 22 Prozent geschrumpft ist. „Der Vernatsch könnte zu einem Imageträger Südtirols werden“, so Maus.  Landesrat Hans Berger forderte eine verstärkte internationale Präsenz der hiesigen Wein- wirtschaft und forderte einen gemeinsamen Marktauftritt über das „Konsortium Südtiroler Wein“.

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