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Südtiroler und Trentiner Äpfel gemeinsam vermarkten

Präsentation der Genossenschaft From: Georg Kössler, Obmann, links Tiziano Melarini, Trentiner Landwirtschafts- landesrat und sein Südtiroler Amtskollege Hans Berger (zum Vergrößern anklicken).

Südtirol und das Trentino kooperieren bei der Vermarktung ihrer Äpfel. Die drei Südtiroler Erzeugerorganisationen (VOG, VI.P, VOG Products) und die des Trentino (Melinda und La Trentina) haben einen Kooperationsvertrag unterzeichnet, der den gemein- samen Marktauftritt in Russland und Indien vorsieht. Ein Meilenstein in der Apfelwirtschaft.

„Eine Vision wird Realität. Im Interesse aller, ist es gelungen, über den eigenen Schatten zu springen“, kommentierte Landwirtschaftslandesrat Hans Berger die historische Einigung. Nach monate- langen Verhandlungen konnte Georg Kössler, Obmann des Verbandes der Obstgenossenschaften Südtirols, Anfang August die neue Verkaufsorganisation vorstellen.

14 Prozent der EU-Produktion
In den Autonomen Provinzen von Trient und Bozen werden derzeit rund 70 Prozent der in Italien produzierten Äpfel geerntet. Das sind 14 Prozent der Apfelproduktion der Europäischen Union sowie drei Prozent der gesamten Weltproduktion. Durch die neugegründete Genossenschaft mit dem Namen „From“ will man Synergien erzeugen und vor allem den Verkauf in Nicht-EU-Ländern voran treiben.

Russland und Indien
In erster Linie will man den russischen Markt, insbesondere die Großstädte Moskau und St. Petersburg mit insgesamt 30 Mio. Einwohnern erobern. Parallel soll das Produkt Apfel in Indien lanciert werden. „Russland und Indien sind die Länder mit den größten Wachstumspotential“, sagte Kössler. Aber auch die Städte an der Ostküste der USA sind ein sehr interessanter Absatzmarkt, der bislang Aufgrund von Handelsbarrieren nicht erschlossen werden konnte. Für diese Aufgabe soll eigens ein Exportmanager beauftragt werden.

Kleine Schritte
Für den Start in der kommenden Saison wurde die gemeinsame Vermarktung einer Gesamtmenge von 25.000 Tonnen Äpfel beschlossen. Eine im Vergleich zur Gesamternte geringe Menge, aber eine Politik der kleinen Schritte scheint angesagt. „Als willkommener Nebeneffekt werden die traditionellen Kernmärkte entlastet“, ergänzte Georg Kössler.

Weitere Märkte im Blick
Tiziano Melarini, Landesrat für Landwirtschaft der Provinz Trient und sein Südtiroler Amtskollege Hans Berger, lobten das gemeinsame Projekt als wegweisend. „Damit wird die Zukunft von über 13.000 Familien gesichert, die von der Obstwirtschaft leben“, so Berger.
Es ist angedacht, dass künftig auch andere Regionen wie die Emilia Romagna mit einer erweiterten Angebotspalette in die Vermarktung aufgenommen werden.

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