News

Psairer Zimmerleute schließen sich zusammen

Zimmermann Christian Gufler: Genossenschaft statt Einzelinteressen.

Im April dieses Jahres haben neun Zimmerer aus dem Passeiertal den Schritt in eine Genossenschaft gewagt. Sie haben sich zusammen- geschlossen und bieten nun ihre Arbeit gebündelt an. Ein Modell, das Schule machen könnte.

„Wenn man eine Genossenschaft gründet, dann ist das erste, was zählt, die richtige Einstellung“, sagt Christian Gufler, treibende Kraft und Obmann der neu gegründeten Arbeitergenossen- schaft in Moos in Passeier. Nach intensiven Überlegungen haben sich neun Zimmerer, die bislang freiberuflich oder in eigenen Firmen gearbeitet haben, zu einer Genossenschaft zusammen- geschlossen. hinzu kommen derzeit neun Angestellte, so dass im Betrieb in der Handwerkerzone in Moos nun 16 Zimmerleute arbeiten.

Einzelinteressen
Im Passeiertal ist die Zahl an Zimmerleuten relativ hoch und der Konkurrenzkampf ebenso. Deshalb erschien es für Gufler sinnvoll, unter dem Dach einer Genossen- schaft, die zuweilen schädlichen Einzelinteressen auszuschalten, indem man ein gemeinsames Firmenmodell aufbaut. „Es sind alle gute Handwerker, die ihre Verantwortung annehmen“, sagt Gufler, der weiß, dass die genossenschaftliche Unternehmensform auch steuerliche Vorteile bietet.

Idee mit Zukunft
„Nach so kurzer Zeit kann man noch nichts über die Entwicklung sagen“, meint Gufler. Aber er ist sich sicher, dass das Unternehmen eine gute Zukunft haben werde. Die Genossenschaft ist hauptsächlich auf den Bau von Fertighäusern spezialisiert. Ein Grund weshalb sie einige Aufträge für den Wiederaufbau im Erdbebengebiet in den Abruzzen erhalten hat. Außerdem führt sie derzeit die Sanierung der Mittelschule in St. Leonhard durch. „Über eine mangelnde Auftragslage können wir uns nicht beklagen“, so der Obmann. Dies trotz oder gerade wegen der Wirtschaftskrise, in der sich gut aufgestellte Firmen bewähren.

Weiterbildung

Doch Gufler weiß, dass die Zukunft der Genossenschaft von der Effizienz ihrer Mitglieder abhängt. Deshalb wird noch in diesem Jahr die ISO-Zertifizierung des Betriebes in Angriff genommen. Im Frühjahr kommenden Jahres werden die Mitglieder entsprechende Schulungen im Bereich Projekt- und Qualitätsmanagement absolvieren. „Weiterbildung ist für uns äußerst wichtig“, sagt Gufler, „denn in unserer Branche sind Kreativität und Spezialisierungen gefragt.

zum Archiv