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Meraner und Burggräfler fusionieren

Anstoßen auf den historischen Beschluss: Die Obmänner Richard Dosser und Kaspar Platzer.

Die Kellereigenossenschaften Meran und Burggräfler sind am 17. Dezember zu einer Genossen- schaft verschmolzen. Ein historischer Schritt.

Eigentlich hätte es bereits 1994 zur Vereinigung kommen können. Damals ist die Bildung einer einzigen Kellerei- genossenschaft im Burggrafenamt noch gescheitert. „Jetzt war die Zeit reif“, meinen beide Obmänner heute. Konkrete Gespräche begannen im November 2008. Ende Juli 2009 wurde die Fusion von den Verwaltungsräten genehmigt, und am 30. November wurden die Mitglieder beider Genossenschaften informiert. Auf den getrennten Vollversamm- lungen am 17. Dezember gab es dann nur mehr drei Bauern, die gegen diesen historischen Schritt stimmten.

Ja zur Fusion, aber wie?

Richard Dosser, Obmann der Meraner und  Kaspar Platzer, Obmann der Burggräfler Kellereigenossenschaft, waren sich von Anfang an einig: nur gemeinsam kann man das Weinbaugebiet im Meraner Becken voranbringen. Bei den Details wurde es knifflig. Nach intensiven Verhandlungen konnte man sich einigen: Der Standort in Marling wird zentrale Produktionsstätte und muss dafür erweitert werden. Der Sitz der Meraner Kellereigenossenschaft in Untermais wird veräußert. „Wir wollen aber den Standort Meran nicht aufgeben, sondern werden einen Verkaufspunkt für den Detailhandel eröffnen“, meint Dosser. Das Wo ist noch offen.

70 Prozent Rotwein
Mit 400 Weinbauern, 270 Hektar Anbaufläche und einer Anlieferungsmenge von ca. 25.000 Doppelzentnern Lesegut liegt das neue Unternehmen im Mittelfeld der Südtiroler Kellereigenossenschaften. Das Sortiment an Rebsorten ist beinahe identisch, das Einzugsgebiet erstreckt sich bis nach Kastelbell im Vinschgau. Der Rotweinanteil liegt bei 70 Prozent, der Vernatsch bleibt mit einem Anteil von 45% Leitsorte. „Wir glauben weiterhin daran“, sagt Platzer. Trotzdem soll der Anteil der Weißweine sukzessive erhöht werden. Dabei will man auf die Sorten Weiß- burgunder und Sauvignon setzen.

Die Marke Meran aufpolieren

Ein Ziel der neuen Kellereigenossenschaft wird es sein, das Weinbaugebiet Meran vom Image eines Randgebietes zu befreien. „Wir wollen, dass sich die Meraner mit ihrer Kellerei identifizieren und unsere Produkte kaufen“, betont Dosser. Zudem soll sich die Gastronomie auf die regionalen Produkte besinnen und dem Urlauber verstärkt Weine der Region anbieten.
Derzeit wird ein Geschäftsführer gesucht, der den 24 Mitarbeitern vorangestellt wird. Die Fusion tritt am 1. Juli 2010 in Kraft, die neue Kellerei wird „Meran Burggräfler“ heißen. Der erste gemeinsame Verwaltungsrat wird im Herbst gewählt.

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