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Gute und gesunde Marillen aus dem Vinschgau

Marillenbauer Peter Prister ist mit der heurigen Marillenernte zufrieden.

Nach dem Katastrophenjahr 2008 können die Marillenbauern im Vinschgau heuer aufatmen. Die Erntemenge liegt im Durchschnitt, die Qualität ist gut und der Auszahlungspreis ebenso. Um den 20. August soll die Ernte abgeschlossen sein.

Im  vergangenen Jahr konnten nur knapp 100 Tonnen eingefahren werden. Heuer hatten die Marillenbauern mehr Glück:  „Wir bewegen uns auf dem Mengen- niveau vom Jahr 2007, das heißt wir haben auf 75 Hektar 250 Tonnen ge- erntet“, sagt Gerhard Eberhöfer, der beim Verband der Vinschgauer Produ- zenten für den Verkauf zuständig ist.

Gemeinsame Vermarktung
Der Vereinigung der Vinschgauer Marillenbauer sind inzwischen 120 Marillenbauern beigetreten, die ihre Früchte gemeinsam vermarkten. Die Anlieferung, Sortierung, Verpackung und Vermarktung der Marillen erfolgt in den Räumlichkeiten der Obstgenossenschaften Mivor. Mittlerweile sind es um die 90 Prozent der im Vinschgau produzierten Marillen, die in dieser Genossenschaft verarbeitet werden. Obwohl heuer eine größere Menge zur Verfügung steht, wird die Marille zum gleichen Preis verkauft wie im vergangenen Jahr: 2,70 Euro die erste Qualität und 2,20 die B-Ware. „Die Nachfrage ist nach wie vor groß, was den Preis rechtfertigt“, meint Eberhöfer.

Arbeitsintensive Früchte
Die Marillenbauern müssen die Früchte in mehreren Durchgängen vom Baum holen. „Die Marillen sind sehr sensible Individuen, sie reifen nicht alle gleichzeitig, das bedeutet viel Arbeit während der Erntezeit“, sagt Peter Paul Prister, erfahrener Marillenbauer in Kastelbell. Der größte Feind ist der Regen. Er beeinträchtigt die Qualität der Fürchte, die sehr rasch braune Flecken bekommen und dann nur noch für die Zubereitung von Marmelade Verwendung finden.

Neue und alte Sorten

Anfang Juli wurden bereits die ersten Marillen der Sorte Orange Red in den tiefen Lagen um Naturns auf 500 Meter Seehöhe geerntet. Die besten Lagen liegen auf der Nörderseite, erklärt Verkaufsleiter Eberhöfer, da hier die Marillenbäume im Frühjahr erst dann zum Blühen beginnen, wenn die Frostgefahr gebannt ist.  80 Prozent der Anbaufläche stellt die klassische Vinschger Marille, die einzig und allein im Vinsch- gau beheimatet ist. 20 Prozent fallen auf die neuen Sorten wie Orange Red, Hargrand oder Gold Rich.

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