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Größte Obstgenossenschaft entsteht im Vinschgau

Anstoßen auf die gemeinsame Zukunft: Hubert Unterweger, Geschäftsführer und Alexander Janser, Obmann der OG Ortler sowie Thomas Oberhofer, Obmann und Martin Pinzger, Geschäftsführer der Mivo.

Die Mitglieder der OG Mivo und Ortler haben jüngst in Latsch für eine gemeinsame Zukunft gestimmt.

Seit Jahrzehnten wurde auf verschiedenen Ebenen immer wieder über eine Fusion der beiden seit 1976 räumlich angrenzenden Latscher Obstgenossenschaften nachgedacht. Nun ist diese Realität. Sowohl die Mitglieder der Obsterzeugergenossenschaft Mittelvinschgau (Mivo, gegründet 1954), als auch die der Obstgenossenschaft Ortler (Gründungsjahr 1961) haben sich in außerordentlichen Vollversammlungen für eine Fusion ausgesprochen.

Historischer Schritt

Alle 159 anwesenden Mitglieder der OG Ortler stimmten für die Fusion. Bei der Mivo gab es bei 139 Stimmberechtigen zwei Enthaltungen und ein Nein. Der ehemalige Obmann der Mivo und jetzige Bürgermeister von Latsch, Karl Weiss, beglückwünschte die Genossenschaften zu diesem historischen Schritt. Auch die beiden Obmänner Alexander Janser und Thomas Oberhofer zeigten sich erleichtert über das überwältigende Ergebnis. „Ein wesentlicher Grund für die Fusion war die Umsetzung des Vi.P 3-Konzeptes, also die gemeinsame Vermarktung der gesamten Ware aller Vinschger Genossenschaften“, sagt Martin Pinzger, Geschäftsführer der Obstgenossenschaft Mivo.

Strukturen optimal auslasten

"Durch den Zusammenschluss entsteht ein großer, aber noch überschaubarer Betrieb. Die Struktur wird optimal ausgelastet“, sagt Mivo-Obmann Oberhofer, der als aussichtsreichster Kandidat auf den neuen Obmann-Posten gilt. Beide Genossenschaften sind in ihrer Struktur vergleichbar. Sowohl was die Zahl der Mitglieder (jeweils knapp über 200) als auch den Sortenspiegel und die Anbaufläche (ca. 550 ha) angeht. „Die Fusion erfordert fast keine Investitionen und ist somit strukturell und organisatorisch leicht zu bewerkstelligen“, so Ortler-Obmann Janser.

Zentrale Verarbeitung der Bioware

In der neuen Genossenschaft wird ab September 2008 die Bioware des gesamten Vinschgau zentral eingelagert, verarbeitet und verpackt. Dadurch kommen weitere Apfelmengen hinzu. „Mittelfristig rechnen wir mit ca. 2000 Waggon Bioware, wodurch eine optimale Auslastung der Verpackungslinien erzielt wird“, sagt Pinzger.
Im November werden beide Genossenschaften in getrennten Vollversammlungen ihre Bilanzen beschließen, um dann noch vor Jahreswechsel die erste gemeinsame Vollversammlung einzuberufen und die neuen Gremien zu wählen. Die neue Obstgenossenschaft wird den Namen Mivo-Ortler (kurz: Mivor) tragen.

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