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Grauvieh für den Kosovo

Vielversprechende Zukunft: Bei einer Grauviehausstellung im Zhupa-Tal zeigten die Bauern ihre schönsten Zuchttiere.

Der Südtiroler Rinderzuchtverband hat Ende Oktober erneut einen Grauviehtransport in den Kosovo geschickt. 32 trächtige Kalbinnen und ein Jungstier gingen an Bergbauern im Zhupa-Tal im Südkosovo. 22 Raiffeisenkassen haben die Lieferung finanziell unterstützt.

Bereits im Vorjahr gab es zwei Zuchtviehtransporte in das nahe von Prizren gelegene Zhupa-Tal. „Im Bergland des Kosovo konnte sich das Grauvieh als robuste Bergrinderrasse bisher am besten anpassen“, sagt Geschäftsführer Herbert Lang, der die Grauviehtransporte koordiniert. Die Bauern schätzen die einfache Haltung bei dennoch guter Milch- und Fleischleistung. Im Schnitt halten sie drei bis neun Kühe und vermarkten die Milch im Direktverkauf.

Wirtschaftliche Verbindungen
Der Rinderzuchtverband sieht im Kosovo langfristig ein hohes Potential für den Aufbau eines Absatzmarktes für Zuchttiere. Deshalb werden die wirtschaftlichen Verbindungen kontinuierlich gepflegt. Voraussetzung ist jedoch politische Stabilität. Der Kosovo steht seit Kriegsende unter UN-Verwaltung, über den endgültigen Status wird immer noch verhandelt. „Die Bauern sind zwar noch nicht in der Lage, das Vieh zum Marktpreis zu kaufen, aber für die Zukunft ist dafür die Chance gegeben“, glaubt Lang.

Raiffeisenkassen unterstützen
Auch die jüngste Lieferung wäre ohne Unterstützung nicht möglich gewesen. Die von Südtiroler Bauern erworbenen Kalbinnen haben inklusive Transport einen Wert von 55.000 Euro. Knapp die Hälfte tragen 22 Südtiroler Raiffeisenkassen, in deren Einzugsgebiet das Grauvieh gezüchtet wird. Ein Beitrag kam auch von der Raiffeisenkasse Centrofiemme Cavalese und von der Caritas Schweiz. 500 bis 600 Euro je Vieh müssen die Bauern im Zhupa-Tal selbst aufbringen. „Das ist für die prekären wirtschaftlichen Verhältnisse immer noch sehr viel“, sagt Lang.

550 Zuchttiere geliefert
Die ersten Kontakte des Rinderzuchtverbandes mit dem Kosovo reichen zurück in das Jahr 2000, als im Rahmen humanitärer Hilfslieferungen international finanzierte Grauviehtransporte durchgeführt wurden. Seit dem wurden insgesamt 550 Zuchttiere aus Südtirol in den Kosovo gebracht. „Alle Tiere haben bereits abgekalbt, die weiblichen Tiere werden aufgezüchtet“, erklärt Lang. Der bislang einzige Zuchtverband im Kosovo wurde 2002 unter Mithilfe des Südtiroler Rinderzuchtverbandes, des Tiroler Grauviehzuchtverbandes und der Caritas Schweiz gegründet.

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