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Dezentrale Energieversorgung gefordert

Obmann Georg Wunderer und Rudi Rienzner, Geschäftsführer des REV fordern die Landesregierung zur Kooperation auf.

Auf der Vollversammlung des Raiffeisen Energie Verbandes wurde eine positive Bilanz gezogen. Die Zahl der Mitglieder steigt kontinuierlich, die Dienstleistungen wurden ausgeweitet. Ein Verband im Aufwind.

Auf der zweiten ordentlichen Voll- versammlung des Raiffeisen Energie Verbandes sprach sich Verbands- obmann Georg Wunderer, für eine Dezentralisierung der Energiemärkte aus. „Fernwärmewerke und Elektrizitätswerke stellen im ländlichen Raum Südtirols seit Jahrzehnten eine umweltfreundliche  Energieversorgung sicher“, so Wunderer. Diese Unternehmen verdienten deshalb „eine besondere Förderung und Unterstützung“ – auch von Seiten des Landes. Hilfe die derzeit nur unzureichend gewährt werde.

Bürokratieabbau
Wunderer kritisierte in seinem Referat eine „aufgeblähte Bürokratie“ und die Vereinnahmung der Wasserkraft durch Land und Gemeinden. Kleine Energie- versorger, die auf Wasserenergie angewiesen seien, würden benachteiligt. Wunderer sprach sich für eine Kooperation von genossenschaftlich und privat organisierten Energieversorgungsbetrieben, der SEL AG und den öffentlichen Verwaltungen aus. „Die Wende hin zu einer nachhaltigen Energieversorgung ist nicht mit zentralistischen Systemen zu verwirklichen“, betonte er.

Wachstum
Der Raiffeisen Energie Verband vertritt seit seiner Gründung im Dezember 2006 mittelständisch strukturierte Unternehmen und Genossenschaften im Energiesektor. Der REV fördert außerdem die Gründung neuer Energieunternehmen und -genossenschaften über die Landesgrenzen hinaus. Unter den 115 REV-Mitgliedern befinden sich bereits acht Energie-Großgenossenschafen aus dem Veneto, dem Aostatal und der Lombardei.

Außenstelle in Brüssel
Gemeinsam mit der Vereinigung Österreichischer Elektrizitätswerke und Energiegenossenschaften aus Bayern beteiligt sich der REV derzeit am Aufbau eines Europäischen Verbands der kleinen und mittleren Energieverteilungs- genossenschaften und -unternehmen. Im Herbst soll eine Außenstelle in Brüssel eröffnet werden. „Das ist für uns ein wichtiger Schritt“, sagte Rienzner. „ohne aktive Lobbyarbeit, werden unsere Interessen nicht ausreichend vertreten“.

Neue Dienste
Das umfangreiche Serviceangebot des Verbands wird stetig ausgebaut. Seit dem 1. Januar können REV-Mitglieder bei Vertragsabschlüssen, bei der Verbrauchs- erfassung oder  beim Zahlungsverkehr kostengünstig auf die Leistungen des Brixner EDV-Anbieters Infosyn zurückgreifen.
Der Stromhändler Elettrogreen mit Sitz in Genua übernimmt den Verkauf von Stromüberschüssen und vertreibt „Grüne Zertifikate“, die allen Nutzern erneuerbarer Energiequellen zustehen.

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