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Der Spargel - eine zarte Pflanze mit Potential

Peter J.-Paschold, Fachgebietsleiter Gemüsebau, Forschungsanstalt Geisenheim: „Stress für Pflanze schädlich“

Der Spargelanbau in Terlan ist eine Erfolgsgeschichte. Auch und vor allem weil die Spargelbauern die Anbaumethoden stetig verbessern. Auf der jährlichen Fachtagung der Arbeitsgemeinschaft Spargelbau standen daher Kernfragen des Anbaus im Vordergrund.

Die Vegetationsphase des Spargels beginnt in wenigen Wochen. Dann haben die Spargelbauern in Terlan alle Hände voll zu tun, die kostbaren Pflanzen heranzuziehen. Im Spargeldreieck Terlan, Vilpian, Siebeneich wird das Edelgemüse in den sandigen Böden entlang der Etsch von 17 Bäuerinnen und Bauern angebaut. Sie bewirtschaften insgesamt neun Hektar bei einer Jahresproduktion von 55.000 Kilogramm.

Erstes Jahr wichtig
„Das erste Vegetationsjahr entscheidet über die Erträge der folgenden Jahre,“ erklärte Professor Peter J.-Paschold, von der Forschungsanstalt Geisenheim im Rheingau auf der Spargeltagung. Stresssituationen sollten daher vermieden werden. Durch starke Temperatur- oder Feuchtigkeitsschwankungen entwickeln die Pflanzen störende Bitterstoffe. Bei Wassermangel bilden sich Embolien. Der Wassertransport wird blockiert, zu wenig Zuckervorräte werden angereichert und die Laubentwicklung eingeschränkt. Bei der Ernte sind die Spargel dann zu dünn und für den Verkauf ungeeignet.

Gezielte Düngung
Professor Paschold betonte die Bedeutung einer gezielten Düngung der Pflanzen. Neben der organischen Düngung sollte eine mineralische Düngung vorgenommen werden. „Nur die Differenz sollte jedoch als Mineraldünger gegeben werden. Damit schonen wir die Umwelt und unsere Brieftasche“, so Paschold. Um die Bodenbeschaffenheit festzustellen, sollte in jedem Feld an verschiedenen Stellen Bodenuntersuchungen durchgeführt werden.

Spargelbauern aufgenommen
Die Arbeitsgemeinschaft Spargelbau dient dem Zweck, die Spargelkultur zu fördern, die Bauern zu beraten sowie Einkauf, Verarbeitung und Vermarktung gemeinsam zu organisieren. Im vergangenen Jahr wurden die Spargelbauern als vollwertige Mitglieder in die Kellereigenossenschaft Terlan aufgenommen. „Ein richtiger Schritt, der die Rolle des Spargelanbaus aufwertet“, sagt Georg Höller, Obmann der Kellereigenossenschaft Terlan und selbst begeisterter Spargelanbauer.

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