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Bilanz der Raiffeisenkassen Südtirols

Paul Gasser, Vizedirektor des Raiffeisenverbandes

Höhere Kundeneinlagen und gestiegene Forderungen an Kunden, bei leicht steigenden Zinsen – so präsentiert sich kurz zusammengefasst das Geschäftsjahr 2005 der Raiffeisenkassen Südtirols.

Paul Gasser, Leiter der Hauptabteilung für Bankwirtschaft und Vizedirektor des Raiffeisenverbandes, hat alle Zahlen im Blick und sieht mit Zuversicht in die nahe Zukunft.    

Herr Gasser, wie geht es der italienischen Bankenwelt?
Paul Gasser: Das italienische Bankensystem befindet sich nach einer Zeit der Umstrukturierungen wieder im Aufwärtstrend. Dies trotz der negativen Schlagzeilen, die im letzten Jahr rund um die Ereignisse der Banca Popolare Italiana die gesamte Bankwirtschaft in Mitleidenschaft gezogen haben. Die positive Entwicklung spiegelt sich in den ausgewiesenen Bilanzgewinnen und der guten Ertragslage wieder. Bestätigt wird dies auch durch den Aufschwung der Bankenaktien an der Börse.  

Können Südtirols Banken mit dem Ertragsergebnis 2005 zufrieden sein?
Die Ergebnisse sind zufriedenstellend, dies in Besonderem unter Berücksichtigung der eher abgeschwächten Konjunktur. Die Ertragslage aus der ordentlichen Geschäftstätigkeit fällt zwar etwas geringer aus, gibt aber keinen Anlass zur Sorge.

Wie wird sich die Raiffeisen Geldorganisation entwickeln?
Die Geschäftsentwicklung der Raiffeisenkassen der vergangenen Jahre und Jahrzehnte wird in Zukunft nicht im selben Maße fortgesetzt werden können. Im Kerngeschäft befinden wir uns in einer Phase der Konsolidierung. Nun ist es unsere Aufgabe, neue Geschäftsfelder wie z.B. Versicherung und Vorsorge zu entwickeln und auszubauen. Die großen Herausforderungen für die Zukunft bestehen darin, den Verwaltungsaufwand infolge bürokratischer Verschärfungen zu drosseln und ein ausgewogenes Verhältnis zwischen Risiko und Ertrag anzupeilen.   

Interview: Stefan Nicolini

Entwicklung Raiffeisenkassen 2005

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