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13. IGA-Tagung in Innsbruck – Forschungspreis vergeben

Das Podium der IGA-Tagung.

Das Internationale Institut für Genossenschaftsforschung im Alpenraum (IGA) veranstaltete Mitte November seine Jahrestagung zum Thema „Die Verantwortung von Genossenschaften für Volkswirtschaft und Gesellschaft“. Angesichts der Finanzkrise und deren Ursachen erhält diese Thematik eine besondere Aktualität.

„Die Frage nach sozialer Verantwortung und nachhaltigem Wirtschaften wird immer wichtiger. Viele Unternehmen tragen diesem Umstand aber noch nicht genügend Rechnung“, sagte Tagungsleiter und IGA-Vorstandsvorsitzender Arnulf Perkounigg. Bei den Genossenschaften sei dieser Bereich stärker gewichtet, weil sie nicht zwangsläufig gewinnorientiert, sondern auf die Förderung der Mitglieder und der Gesellschaft in der Region ausgerichtet sind.

Umweltschutz
„Wir bieten unseren Mitgliedern eine hohe Versorgungssicherheit und günstige Stromtarife“, sagte Rudi Rienzner, Geschäftsführer des Raiffeisen Energieverbandes, seit 2004 Dienstleister und Interessenvertreter von mittlerweile 120 genossenschaftlichen, privaten und gemeindeeigenen Energiebetrieben. Mitglieder von Energiegenossenschaften können um bis zu 40 Prozent billigere Stromtarife nutzen.

Engagement

Hermann Kerler, Vorstandsmitglied der Raiffeisenbank Pfaffenhausen (Allgäu) erläuterte, wie die Bank ihren Förderauftrag und ihre soziale, gesellschaftliche Verantwortung wahrnimmt. So wurde der Verein „ProNah“ gegründet, um lokale Produkte zu fördern und die Nahversorgung zu sichern, ein Wirtschaftsforum für Innovationsförderung ins Leben gerufen und eine Bankinitiative für energieoptimierte Altbausanierung gestartet.

Glaubwürdigkeit

Um die Themen Glaubwürdigkeit, Vertrauen und Verantwortung der Genossenschaften drehte sich auch die abschließende Podiumsdiskussion. „Die Währung der Zukunft heißt Vertrauen“, sagte Werner Eidherr, Präsident des Österreichischen Genossenschaftsverbandes. Vertrauen entstehe auf Basis der Erfahrung und stärke die Loyalität der Kunden und sei daher eines der höchsten Güter für die Banken.

Milchwirtschaft
Die Entwicklung der Milchwirtschaft schilderte Milkon-Geschäftsführer Robert Zampieri. D a die Existenz der Milchbauern in erster Linie vom Auszahlungspreis der Genossenschaft abhänge, sei es den Mitgliedern nur schwer vermittelbar, dass sich das Unternehmen nicht nur über den Milchpreis definiert.

IGA-Forschungspreis verliehen
Im Rahmen der Tagung wurde Mag. Mario Platter mit dem 3.500 Euro dotierten IGA-Forschungspreis ausgezeichnet. Platter hat seine Diplomarbeit an der Universität Innsbruck zum Thema „Corporate Government im Raiffeisensektor Tirol“ verfasst. Auf 125 Seiten untersucht Platter die Möglichkeiten einer Unternehmensverfassung für den Raiffeisensektor Tirol und zeigt Potentiale auf, um das genossenschaftliche Netzwerk nachhaltig zu stärken und zu verbessern.

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