Friedrich Wilhelm Raiffeisen und seine Idee

Menschlichkeit und soziales Engagement waren die Triebfedern, die Friedrich Wilhelm Raiffeisen vor 150 Jahren befähigt haben, die Mitbürger dazu anzuspornen, durch Selbsthilfe, aber auch Selbstverantwortung in gemeinsamen Organisationseinheiten, Ziele zu erreichen, die für den Einzelnen nicht realisierbar wären.

"Brodverein"

Friedrich Wilhelm Raiffeisen wurde am 30. März 1818 in Hamm an der Sieg im Westerwald nördlich von Koblenz geboren. Im Winter 1846/47 kam es aufgrund einer Missernte zu einer Hungersnot, die auch die Landbevölkerung nicht verschonte. Daraufhin gründete Raiffeisen in seiner Funktion als Bürgermeister von Weyerbusch einen „Brodverein“, der durch den gemeinsamen Bezug verbilligtes Saatgut organisierte und so das Überleben der Bauern sicherte.

"Hülfskasse"

Durch diesen Erfolg ermutigt, gründete Raiffeisen weitere Vereine, die auf dem Prinzip der Selbsthilfe fußten. Durch die Schaffung einer „Hülfskasse“ brach er die Macht der Wucherer, die die Bauern in Überschuldung und Zwangsversteigerungen getrieben hatten. Durch den Verein gelang es vielen Bauern, das Vieh, das sie an rücksichtslose Wucherer verpfändet hatten, zurückzukaufen.

Idee der Selbsthilfe

In seinem 1866 veröffentlichten Werk „Die Darlehenskassen-Vereine“ legte Raiffeisen die Grundzüge
seines Selbsthilfegedankens dar. Sein gesamtes Handeln war daraufhin ausgerichtet, die Not der Landbevölkerung zu lindern, neue Arbeitsplätze für arbeitslose Landarbeiter zu schaffen und u. a. durch die Errichtung von Volksbibliotheken das Bildungsniveau zu heben und damit den Mittelstand zu stärken.

Als er am 11. März 1888 starb, war die Grundlage für ein gedeihliches Wachstums der
Raiffeisen-Genossenschaftsidee geschaffen.

Deutsches Raiffeisenmuseum (DRM)