Das Giebelzeichen

Das mit zwei Pferdeköpfen stilisierte Giebelkreuz ist das Markenzeichen der Raiffeisen-Genossenschaften Südtirols. Es wurde in dieser Form vom Raiffeisenverband hinterlegt und ist international geschützt. Die Mitgliedsgenossenschaften sind berechtigt, nach entsprechender Genehmigung des Verwaltungsrates des Raiffeisenverbandes, dasselbe zu führen. 

Eine Marke mit Symbolcharakter

Das gemeinsame Symbol der Raiffeisen-Genossenschaften ist das Giebelzeichen. Es ist als Warenzeichen und Dienstleistungsmarke geschützt. Eine Marke mit Tradition und Hintergrund. Das Giebelzeichen und der Schriftzug „Raiffeisen“ verkörpern die traditionelle und verwurzelte Kernmarke. Das Raiffeisenlogo hat eine eigene Geschichte. Am 13. Februar 1930 wurde in Berlin der Reichsverband der deutschen landwirtschaftlichen Genossenschaften-Raiffeisen gegründet. Damit waren die beiden Genossenschaftsorganisationen von Friedrich Wilhelm Raiffeisen und Karl Friedrich Wilhelm Haas, die sich getrennt voneinander entwickelt hatten, vereint.

Die Odal-Rune

Als erstes Markenzeichen dieses neuen weltweit größten Raiffeisenverbandes, der 4 Mio. Mitglieder zählte, wurde die Odal-Rune. Die Rune wurde von einem Kreis eingefasst, der den genossenschaftlichen Wahlspruch „Einer für alle, alle für einen“ beinhaltete, Ausdruck der unbeschränkten Haftung, der alle Mitglieder unterworfen waren. Die Odal-Rune wird als ein Symbol für „Blut und Boden“ oder allgemein für „Besitz“ der Familie beziehungsweise „Sippe“ gedeutet.

Das Sachsenkreuz

Nachdem die Nationalsozialisten an die Macht gekommen waren, wurde die Raiffeisenorganisation gleichgeschaltet und die Odal-Rune zum Symbol der Reichsbauernschaft und Hitlerjugend.  Am 24. August 1939 wurde in Neuwied (Westerwald) zum ersten Mal das sogenannte Sachsenkreuz als neues Markenzeichen für die Raiffeisen-Genossenschaften verwendet. Die gekreuzten Pferdeköpfe finden sich seit Jahrhunderten nicht nur in Niedersachsen, sie sind in unterschiedlichen Ausformungen weltweit verbreitet und sollen den Bewohnern des Hauses Schutz vor Unheil und Naturkatastrophen bieten. Die beiden Pferde sollen die beiden achtbeinigen Schimmel des germanischen Gottes Wotan symbolisieren.

Pferdeköpfe als Symbol

In Norddeutschland gibt es Bauernhäuser, an denen sich die Pferdeköpfe zuwenden, ein Zeichen der Abhängigkeit des Bauern von der Grundherrschaft. Im Laufe der Zeit wurde das Giebelzeichen dem jeweiligen Zeitgeist angepasst. Trotz unterschiedlicher Farbgebungen und Größen und Formen sind die beiden gekreuzten Balken samt den Pferdeköpfen allen Raiffeisen-Genossenschaften weltweit gemeinsam.

Giebelzeichen mit den gekreuzten Pferdeköpfen