Länder überschreitende Bildungsinitiative

Aufsichts- und Verwaltungsräte der Raiffeisenkassen Nord- und Südtirols trafen sich Anfang Jänner im Bildungshaus Kloster Neustift.

Zu dem zweitägigen Bildungsseminar, einem Erfahrungsaustausch, der im Rahmen eines Kooperationsabkommens zwischen den Raiffeisenverbänden Tirol und Südtirol zustande gekommen ist, und unter dem Motto "Engagierte Mandatare/Funktionäre mit Qualifikation" stand, konnte Georg Terleth, Leiter der Abteilung Bildungswesen, 45 Aufsichts- und Verwaltungsräte begrüßen.
Die Idee für die Länder überschreitende Bildungsveranstaltung entstand im Rahmen der Klausurtagung der Verwaltungsräte beider Verbände im Jahr 2010. „Für den beiderseitigen Erfolg ist es wichtig, dass unsere gemeinsamen Tätigkeiten auch von den Mandataren mitgetragen und unterstützt werden“, sagte Generaldirektor Paul Gasser. Gasser und Arnulf Perkounigg, Direktor des Raiffeisenverbandes Tirol, beleuchteten das Leistungsspektrum beider Verbände, den gesetzlichen Revisionsauftrag und die Stellung der Genossenschaftsbanken. „Genossenschaften ermöglichen Mitbestimmung und Mitgestaltung“, meinte Perkounigg. Klaus Schwarz, Leiter der Abteilung Marketing, stellte die Ergebnisse einer Studie zum Profil der Marke Raiffeisen und die positiven Assoziationen der Bankkunden mit Raiffeisen vor. Klaus Holy, Leiter der Personalentwicklung bei Raiffeisen Tirol, und Michael Obrist, Leiter der Hauptabteilung Recht, zeigten anhand des Musterstatuts der Raiffeisenkassen die wesentlichen statutarischen und gesetzlichen Bestimmungen auf.

Interessanter Vortrag von Univ.-Prof. Theresia Theurl

Univ.-Prof. Theresia Theurl, Direktorin am Institut für Genossenschaftswesen an der Wilhelms-Universität Münster, beleuchtete in einem Vortrag die aktuelle Finanz-, Banken-  und Schuldenkrise und erläuterte die Auswirkungen auf die genossenschaftlichen Banken. Die globale Verflechtung habe dazu geführt, dass die Finanzmärkte heute die weltweite Entwicklung stärker vorgeben als die Realwirtschaft. Durch ihr dezentrales Geschäftsmodell und ihren engen Bezug zur Realwirtschaft waren die Genossenschaftsbanken lange Zeit nicht direkt von der Krise betroffen. Je länger die Krise aber anhält, desto stärker hätten auch die Genossenschaftsbanken mit den Folgen der Auswirkungen auf die Realwirtschaft zu kämpfen. Und obwohl selbst nicht die Verursacher der Krise, seien auch die Genossenschaftsbanken von den neuen, auf die Großbanken zugeschnittenen und im Zuge der Finanzkrise verschärften europäischen Bankenregulierungsmaßnahmen betroffen, sofern diese den Besonderheiten des genossenschaftlichen Geschäftsmodells nicht Rechnung tragen sollten, meinte Theurl.

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