Die Menschen im und um den Verband

An dieser Stelle möchten wir Ihnen jene Menschen vorstellen, die den Raiffeisenverband führen, mit dem Verband zusammenarbeiten oder in regem Kontakt stehen, im Raiffeisenverband in diversen Funktionen tätig sind.

Die Personen, die zu Wort kommen, erzählen Ihnen von der Arbeit im und mit dem Raiffeisenverband. Schauen Sie hier immer wieder mal rein, um mehr über die Personen zu erfahren: Die Seite wird laufend erweitert.
 


Theresia Theurl

Referentin

„Bist du nicht stark, musst du schlau sein!“



Diesen Ausspruch, entnommen dem Kinofilm „Gangs of New York“, zitierte Frau Professor Dr. Theresia Theurl anlässlich einer der zahlreichen Veranstaltungen des Raiffeisenverbandes, bei denen sie als Referentin tätig ist. Sie bringt damit auf den Punkt, worum es im Genossenschaftswesen geht, für welches sie als anerkannte wissenschaftliche Expertin gilt.

Wissenschaftliche Forscherin und dabei mehrfache Preisträgerin, Professorin für Volkswirtschaftslehre an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster und zugleich geschäftsführende Direktorin des Instituts für Genossenschaftswesens – das alles ist Frau Prof. Theresia Theurl. Die Zusammenarbeit mit dem Raiffeisenverband reicht bis in das ferne Jahr 1990 zurück.

Frau Prof. Theurl, die Anzahl an Publikationen zum Genossenschaftswesen, die Ihren Namen tragen, ist beeindruckend. Wie haben Sie zu diesem Themenfeld gefunden?

Theresia Theurl: Ich bin zwar Quereinsteigerin in die Genossenschaftsforschung, als Organisations- und Institutionenökonomin habe ich jedoch festgestellt, um welch interessante Organisationsform es sich handelt. Sie ist in ihrem Kern seit über 150 Jahren unverändert, passt sich dennoch immer wieder an die neuen Herausforderungen an. Das ist faszinierend.     

Sind Sie selbst auch Mitglied in einer Genossenschaft?

Schon sehr lange.  

Wie sehen Sie die Zukunft für die Gesellschaftsform Genossenschaft?

Grundsätzlich sehr positiv, wenn man bedenkt, wie gut Genossenschaften in unsere Zeit passen, weil sie regional und in der Realwirtschaft verankert und nicht auf den Finanzmärkten aktiv sind. Sie ermöglichen es Menschen Abhängigkeit zu vermeiden, Unternehmen selbständig zu bleiben und ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen. Sie können Standorte und Regionen stabilisieren und Menschen Sicherheit geben. Allerdings gibt es auch keine Garantie für wirtschaftlichen Erfolg, sondern dieser muss immer wieder erarbeitet werden.


Wo könnten in Zukunft mögliche Gefahren für Genossenschaften liegen, die uns vielleicht heute noch nicht bewusst sind?

In der staatlichen Regulierung, z. B. im Bankwesen, die häufig nicht auf die Besonderheiten von Genossenschaftsbanken Bedacht nimmt. Dazu kommt, dass die besonderen Merkmale und Stärken von Genossenschaften häufig zu wenig bekannt sind. Manchmal werden sie als altertümlich eingeschätzt, was natürlich falsch ist, aber die Reputation nicht gerade fördert. Dies sind dann Informations- und Kommunikationsprobleme. Schließlich gelingt es manchen Genossenschaften nicht, zukunftsorientierte Weichenstellungen zu entscheiden und sich einig zu werden, was dann problematisch für den wirtschaftlichen Erfolg werden kann.