Die Menschen im und um den Verband

An dieser Stelle möchten wir Ihnen jene Menschen vorstellen, die den Raiffeisenverband führen, mit dem Verband zusammenarbeiten oder in regem Kontakt stehen, im Raiffeisenverband in diversen Funktionen tätig sind.

Die Personen, die zu Wort kommen, erzählen Ihnen von der Arbeit im und mit dem Raiffeisenverband. Schauen Sie hier immer wieder mal rein, um mehr über die Personen zu erfahren: Die Seite wird laufend erweitert.


Edgar Ohnewein

Leiter Abteilung Revision und Prüfung Waren- und Dienstleistungs­genossenschaften

Sie arbeiten als Leiter der Abteilung Revision und Prüfung Waren- und Dienst­leis­tungs­genossenschaften. Konkret heißt das...

...dass ich die Arbeit von fünfzehn Mitarbeitern koordiniere, die im Laufe des Jahres bei rund 150 bis 170 Genossenschaften die ordentliche Revision machen. In rund 60 Genossenschaften machen wir außerdem jährlich die gesetzliche Abschlussprüfung, das heißt, dass wir nach Abschluss der Prüfungs­arbeiten mit einem schriftlichen Vermerk die Richtigkeit der Bilanz bestätigen. Zusätzlich kommen wir all den Anfragen um Beratung und Unterstützung nach. Auch diese Arbeiten müssen organisiert und koordiniert werden.

Welche Qualifikationen und besondere Fähigkeiten braucht man für diese Arbeit?

Ich denke, dass dafür eine jahrelange Erfahrung als Revisor im Außendienst sehr wichtig ist. Es gilt zu verstehen, wie die Betriebe in der Praxis funktionieren. Um meine Arbeit gut zu machen, zählt die Kenntnis und das Gespür für die Anforderungen der Leute draußen. Damit kann man besser verstehen, wo anzusetzen ist, um Probleme möglichst effizient zu lösen.

Wenn Sie einen typischen Arbeitstag beschreiben müssten ....

Viel Zeit verbringe ich mit Planung, Organisation und Koordination. Einiges an Zeit nimmt das Reagieren auf kurzfristige, nicht vorhersehbare bzw. "planbare" Anfragen in Anspruch. Unsere Abteilung ist ein wichtiges Bindeglied zwischen unseren Mitgliedsgenossenschaften vor Ort und dem Raiffeisenverband. In Absprache und mit Unterstützung der verschiedenen Fachabteilungen sorgen wir unter anderem dafür, möglichst schnell Ansprechpartner zu koordinieren und die an uns herangetragenen Probleme zu lösen. Wenn z. B. kurzfristige Anfragen um Klärungen, Informationen oder auch Daten einlangen, sind wir bemüht, diese unmittelbar zu beantworten und können innerhalb kurzer Zeit die Informationen weiterleiten bzw. geforderte Unterlagen zur Verfügung stellen.

Was liegt Ihnen besonders oder was macht Ihnen bei Ihrer Arbeit besonders Spaß?

Mir persönlich ist der Kontakt mit Menschen in den Mitgliedsbetrieben und auch im Hause sehr wichtig. Das Gefühl, Dinge lösen zu können oder dazu beizutragen, macht Freude. Über unsere Verbindungen sowohl nach Innen als auch nach Außen, schaffen wir es, für die unterschiedlichsten Anfragen schnelle und praktische Lösungen zu finden und anzubieten.

Die bisher größte Herausforderung bei Ihrer Arbeit....

Eine der größten Herausforderungen der letzten Jahre war sicherlich die Einführung der gesetzlichen Abschlussprüfung im Jahr 2010 in der heute geltenden Form: eine große Umstellung auf ein neues System, inklusive der neuen Programme und der Herangehensweise.

Eine der spannendsten Aufgaben stellte die Sanierung einer landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft dar. Dabei galt es mit mehreren Beteiligten mit unterschiedlichen Vorstellungen nach Kompromissen und Lösungen zu suchen und diese dann auch praktisch umzusetzen. Ich gestatte mir die Aussage, dass es ohne unsere direkte Einwirkung diese Genossenschaft heute nicht mehr geben würde: vielen Mitgliedern aber auch MitarbeiterInnen in und außerhalb dieser Genossenschaft konnte dadurch ihre wirtschaftliche Existenz weiterhin gesichert werden.

An welches Ereignis im Rahmen Ihrer Arbeit denken Sie auch heute noch gerne zurück?

(schmunzelt) letztendlich sind es immer zwischenmenschliche Erlebnisse, die einem in Erinnerung bleiben. Ob es die Revision auf einem Tisch in einer Produktionshalle (ein Büro gab es nicht) war, bei der man das ganze Rundherum "hautnah" riech- und hörbar mitbekommen hat oder der Obmann, der die Hobelspäne von seiner Hobelbank abgewischt hat, um mir diese als Arbeitsplatz für die Revision anzubieten oder die Revision in einer Bauernstube mit den Kindern der Schriftführerin mit am Tisch... da gilt es, sich vielen Situationen anzupassen....

Was Ihnen sonst noch dazu einfällt...

Unangenehm wird es für mich dann, wenn es zu kommunizieren gilt, dass die Geschäfte nicht gut laufen oder alles in die falsche Richtung läuft. Meine Devise war / ist es, dies immer so zu sagen, dass man nachher immer noch "zusammen einen Kaffee trinken gehen kann". Wenn es auch nicht immer einfach ist, aber Türen zuschlagen darf man bei unserer Arbeit nicht, sie sollten allenfalls angelehnt bleiben. Nur wenn die Kommunikation aufrecht bleibt, kann man weitermachen, wo man letztes Mal aufgehört hat.

Ihr Lebensmotto: ....

Arbeit ist mir wichtig. Zeit für die Familie ist mir sehr wichtig.

Bei all den Vorschriften, Bestimmungen und Regelungen - die sich laufend verändern darf man nie den Hausverstand außen vor lassen. Sehr oft bedarf es individueller Lösungen. Dabei muss man gangbare Wege finden - also Kompromisse zwischen enger Auslegung der Vorschriften und vertretbarem Restrisiko eingehen.